Made in Germany

Im Rahmen eines festlichen Galadinners im Bayrischen Hof in München wurde der Deutsche Innovationspreis 2010 vergeben. Zielsetzung der Initiative ist, marktfähige Innovationen der deutschen Wirtschaft auszuzeichnen.

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Das Prädikat „Made in Germany“ ist gefragt wie nie zuvor. Allein im März 2010 sind die deutschen Exporte so stark gestiegen wie seit fast 18 Jahren nicht mehr. Die Unternehmen verkauften Waren im Wert von 85,6 Milliarden Euro. Damit sich dieser Positivtrend weiter fortsetzen kann, müssen deutsche Unternehmen auch in Zukunft bei Forschung, Entwicklung und Produktion die Nase haben.     

Daher werden Innovationen die Wirtschaft auch in diesem Jahr beschäftigen wie kaum ein anderes Thema. Vor allem in Zeiten der Krise müssen Unternehmen ihren Fokus stärker auf marktfähige Innovationen richten, um nachhaltig erfolgreich zu sein. Daher haben sich Accenture, EnBW, Evonik und die WirtschaftsWoche zur Initiative „Der Deutsche Innovationspreis“ zusammengeschlossen, um herausragende, zukunftsweisende Innovationen deutscher Unternehmen auszuzeichnen. Teilgenommen an dem Wettbewerb haben gut 150 Unternehmen. Eine hochkarätig besetzte Jury ermittelte aus den Einreichungen anschließend die Preisträger in drei Kategorien, die im Rahmen einer festlichen Gala mit rund 400 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Bayrischen Hof in München für ihre Innovationen „Made in Germany“ ausgezeichnet wurden.

In der Kategorie „Großunternehmen“ ging die Schott AG für ihr weltweit einzigartiges Herstellungsverfahren von Ceran-Glaskeramik-Kochflächen als Sieger hervor. Durch das neue Verfahren kann zukünftig in der Herstellung auf hochgiftige Schwermetalle wie Arsen und Antimon verzichtet werden. Darüber hinaus ist erstmalig der Einsatz verschiedenfarbiger LED-Leuchten möglich. Laudator Frank Riemensperger, Vorsitzender der Geschäftsführung von Accenture: „Schott’s Glaskeramik erfüllt beide Kriterien einer Innovation. Die Erfindung liegt im Produktionsverfahren, das als erstes weltweit ohne den Einsatz der Schwermetalle Arsen und Antimon auskommt. Der Markterfolg könnte – dank der vollständigen Ablösung des Altprodukts – kaum größer sein.“ Unabdingbar für Unternehmen, die weiterhin in Deutschland produzieren wollen, sei es – so der Vorstandsvorsitzende der Schott AG, Prof. Dr. Udo Ungeheuer bei der Preisverleihung – einzigartig zu sein. Dies ist mit dem neuen Herstellungsverfahren gelungen.

Preisträger in der Kategorie Mittelständische Unternehmen wurde dagegen die DMG Dental-Material Gesellschaft. Durch ihre neuartige Behandlungsmethode gegen Karies kann demineralisierter Zahnschmelz aufgefüllt, stabilisiert und abgedichtet werden – ohne bohren und ohne spritzen zu müssen. Hans-Peter Villis, Vorstandsvorsitzender der EnBW AG, sagte in seiner Laudatio: „Um die Marktchancen für das von DMG entwickelte Produkt muss man sich keine Sorgen machen, da 99 Prozent der Bevölkerung früher oder später mit Kariesbefall zu tun hat.“ Dr. Wolfgang Mühlbauer, Geschäftsführer der DMG, freute sich, dass nun auch einmal eine Innovation im zahnmedizinischen Bereich im Mittelpunkt steht. Meist würden diese nämlich kaum wahrgenommen, da der Fokus oft nur bei den großen Pharmafirmen liege.

Und zu guter Letzt wurde noch in der Kategorie Startup-Unternehmen die smartfiber AG für ihr umweltfreundliches Verfahren smartcel ausgezeichnet. Dem Thüringer Unternehmen ist es gelungen, Funktionsfasern – etwa für Sport- und Freizeitkleidung oder für medizinische Anwendungen – aus pflanzlicher Zellulose herzustellen. So kann die erste am Markt platzierte Anwendung, die Faser „smartcel clima“, Wärme und Kälte speichern. Laudator Dr. Klaus Engel, Vorstandsvorsitzender der Evonik Industries AG: „Die Innovation bedient gleich zwei Megatrends: Ressourceneffizienz und Wellness.“ Michael Kohne, Vorstandsvorsitzender von smartfiber, auf die Frage von Tom Buhrow, wie die Innovation entstanden sei: „Unser Entwicklungschef geht viel in die Natur und hat sich irgendwann gefragt, wie es die Rapspflanze schafft, Öl zu speichern. Diese Überlegung war der Ausgangspunkt für die Innovation.“

John Steed is a member of yoorite since 3 years and lives in Bonn.

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